Für Fachleute

Was ist Narcotics Anonymous? Wie funktioniert die Selbsthilfe in Narcotics Anonymous? An welche Zielgruppe wendet sich NA? Wie kann ich für meine Klienten Informationen über Narcotics Anonymous bekommen?

Informationen, Daten und Fakten ...


Was ist Narcotics Anonymous?

Narcotics Anonymous ist eine internationale gemeinnützige Organisation von Selbsthilfegruppen für abstinent lebende Süchtige.  Die ersten NA-Meetings (Gruppentreffen) fanden 1953 in den USA statt, seitdem ist Narcotics Anonymous beständig gewachsen.  Heute finden weltweit in 139 Ländern mehr als 67.000 Meetings pro Woche statt (Stand April 2016). In Deutschland gibt es NA seit 1978, in Österreich seit 1986. An unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten finden in Deutschland und Österreich wöchentlich ungefähr 300 Meetings statt.

 

Zielgruppe

Alle, die aufhören wollen Drogen zu nehmen, können an den Meetings von Narcotics Anonymous teilnehmen. Die Teilnahme ist nicht auf Süchtige beschränkt, die eine ganz bestimmte Droge genommen haben. In NA sind alle willkommen, die denken, sie könnten ein Problem mit Drogen haben - legalen oder illegalen Drogen, einschließlich Alkohol. Die Genesung in NA konzentriert sich auf das Problem der Sucht und nicht auf eine bestimmte Droge.Wer zu NA kommt, muss nicht clean sein. Im Verlauf der Zeit wird jedoch Abstinenz von allen Drogen einschließlich Alkohol angestrebt.

 

Anonymität

Anonymität bedeutet Vertraulichkeit und Schutz: es soll nicht nach außen getragen werden, wer an den Meetings teilnimmt und worüber gesprochen wurde. Das Prinzip der Anonymität erlaubt Süchtigen, Meetings ohne Angst vor rechtlichen oder sozialen Auswirkungen zu besuchen. Dies ist ein wichtiger Aspekt für Süchtige, die überlegen, in ihr erstes Meeting zu gehen. Anonymität fördert auch eine Atmosphäre der Gleichheit.

 

NA-Meetings

Genesung in NA funktioniert durch Selbsthilfe. Mitglieder sprechen in Meetings über ihre Erfahrungen und Genesung von Sucht und helfen sich so gegenseitig, clean zu bleiben.

Fast alle NA-Meetings werden jede Woche zur selben Zeit am selben Ort abgehalten, gewöhnlich in einer öffentlichen Einrichtung. Grundsätzlich sind die Meetings nur für selbst Betroffene gedacht. Es gibt jedoch in sogenannten "offenen" Meetings die Möglichkeit für interessierte Angehörige oder Fachleute, an einem Treffen teilzunehmen. Offene Meetings sind in der Regel in der Meetingsliste gesondert gekennzeichnet  Die Aufgabe eines Meetings ist immer die gleiche: Für eine geeignete und zuverlässige Umgebung für persönliche Genesung zu sorgen.

Die Teilnahme bei NA ist freiwillig und kostenlos.

 

Wie funktioniert NA?

Wir beschäftigen keine Therapeuten und bieten keine medizinische oder rechtliche Beratung an. Die Grundlage von NA besteht darin, dass sich Süchtige regelmäßig treffen um sich gegenseitig bei der Genesung zu helfen. Erfahrenere Mitglieder (Sponsorinnen und Sponsoren genannt) arbeiten individuell mit neueren Mitgliedern. Das Herz des NA-Programms sind die Zwölf Schritte. Durch diese einfachen Vorschläge lernen Süchtige, ohne Drogen zu leben und sich den Herausforderungen des täglichen Lebens zu stellen.

Narcotics Anonymous ist keine religiöse Organisation und empfiehlt kein bestimmtes Glaubenssystem. NA lehrt grundsätzliche spirituelle Prinzipien wie Ehrlichkeit, Offenheit, Glaube, Vertrauen, Bereitschaft und Demut, die im täglichen Leben angewandt werden können. Genesung in NA ist keine Wunderheilung, die in einer vorgegebenen Zeitspanne geschieht. Sie ist ein Prozess, der fortschreitend, persönlich und in individuellem Tempo verläuft.

 

Selbstverständnis

Um den eigenen Tätigkeitsschwerpunkt zu bewahren, achtet die Gemeinschaft auf ihre Neutralität und bezieht daher kein­erlei Position zu Fragen außerhalb des eigenen Tätigkeitsbereichs. Narcotics Anonymous äußert keine Meinungen – weder befürwortend noch ablehnend – zu gesellschaftlichen, sozialen, medizinischen, re­ligiösen oder rechtlichen Themen. NA bezieht auch keinen Standpunkt zu Fragen im Zusammenhang mit Sucht wie beispielweise Kriminalität, Strafverfolgung, Drogenlegalisierung oder -kriminalisierung, HIV/HCV-Infektion oder Spritzentauschprogramme.

Narcotics Anonymous erhält sich vollständig selbst. Das bedeutet, dass NA eine vollständige Eigenfinanzierung durch Mitgliederspenden anstrebt und keine Spenden von öffentlichen Stellen oder Nichtmitgliedern akzeptiert. Nach dem gleichen Prinzip werden Gruppen und Dienstausschüsse von NA-Mitgliedern für NA-Mitglieder ehrenamtlich organisiert.

 

Einige Daten und Fakten über NA

Folgende demografische Angaben sind einer Umfrage entnommen, an der sich insgesamt 22.803 NA-Mitglieder beteiligten. Die Umfrage wurde auf der Weltconvention 2015 in Rio de Janeiro, Brasilien, in der internationalen Zeitschrift "The NA Way Magazine“ und im Internet durchgeführt.

♦   41 % der NA-Mitglieder sind weiblich, 59 % sind männlich.

♦   Das Durchschnittsalter der befragten NA-Mitglieder ist 48 Jahre.

♦   56% der Befragten bezeichneten die Bedeutung Ihres ersten NA-Meetings als "sehr wichtig"

♦   46 % der NA-Mitglieder bekam die erste Anregung, ein NA-Meeting zu besuchen, von Therapeuten oder einer Beratungsstelle.

♦   NA-Mitglieder sind im Durchschnitt 8,3 Jahre unun­terbrochen clean (abstinent). 

♦   Von den befragten NA-Mitgliedern sind 60 % vollzeitbeschäftigt, 12 % arbeiten Teilzeit, 11 % sind im Ruhestand, 9 % sind arbeitslos und je 4 % studieren bzw. geben ihre Tätigkeit als Hausmann/-frau an.

♦   Durch die Teilnahme an NA haben sich bei den befragten Mitgliedern die familiären Beziehungen (92 %) sowie die soziale Anbindung (88 %) signifikant verbessert. Deutliche Verbesserungen der Lebensqualität wurden auch für die Bereiche Hobbies/Interessen (81 %), Stabile Wohnverhältnisse (77 %), Erwerbstätigkeit (75 %) und Bildung (56 %) angegeben.

 

♦   Früher regelmäßig konsumierte Drogen

 

 

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